Einer unserer sehr starken Beweggründe für das “Aussteigen” und den Start unserer Langzeitreise war auch unsere einzige Tochter.

Insbesondere ich sah meine inzwischen siebenjährige Tochter LeniLou unter der Woche kaum. Nicht selten vergingen auch wenn ich nicht dienstlich verreisen musste sondern nur im Büro in München oder Nürnberg arbeitete, einige Tage an denen ich meine Tochter nicht gesehen habe. In der früh verließ ich das Haus in Herrgottsfrühe, wenn sie noch schlief. Und am Abend war sie bereits im Bett und wieder eingeschlafen, wenn ich heim kam. An solchen Tagen war nicht mal Zeit, ihr eine Geschichte vor dem schlafen gehen vorzulesen. 60+ Stunden-Wochen waren ganz normal. 60 Stunden die Woche nicht verfügbar. Nicht verfügbar für die Dinge, die das Leben lebenswert machen. Um weder einem Hobby nachzugehen, noch mit meiner Familie Zeit zu verbringen oder einen Arzttermin wahrzunehmen.

Und jedes mal wieder zerriss es mir das Herz. Denn das ist “eine Zeit, die nie mehr wieder kommt“. Etwas, was ich nicht nachholen kann. Und etwas, was sich nicht verschieben lässt. Schieben wie meinen Kalenderinhalt. Ich war Meister darin, mit meinen Kalender in ständigem Dialog zu stehen. Der Job hatte mir dies abverlangt. Die Tage waren voll und mussten, um dies zu überstehen, schlichtweg durchorganisiert werden. Und selbstverständlich konnte ich meinem Kalender mitteilen, dass der Donnerstagnachmittag meiner Tochter gehörte. Aber ich möchte nicht, dass meine Tochter ein Kalendereintrag ist. Und nicht selten kam es dazu, dass dieser Eintrag ebenso wie all die anderen zahlreichen Termine ständig umher geschoben wurden. Weil immer wieder etwas vermeintlich wichtigeres in mein privates Zeitfenster rutschte und erforderlich machte, die gesamte Woche neu zu planen. Damit war meine Family-Time irgendwie immer wieder aufs neue ein Kompromiss, der Galaxien von sogenannter Quality Time entfernt war.

Hatte es geklappt, mit einem früheren Feierabend, mussten nicht selten dann doch Arzt- oder Behördentermine erledigt oder Telefonate oder Mails beantwortet werden. Dann war doch wieder nichts mit dem Mama-Tochter-Nachmittag in dieser Woche. Und alle waren enttäuscht. Wie erklärt man das einem kleinen Mädchen und warum eigentlich? Warum ist es normal, so viele Stunden täglich, wöchentlich und ja in unserem ganzen Leben nicht gemeinsam zu verbringen?

Wie viel Zeit haben wir?

Der Tag hat bekanntlich 24 Stunden. Wenn man sich an die von Ärzten und Wissenschaftlern empfohlene optimale Schlafdauer von mindestens 8 Stunden Nachtruhe hält, bleiben nur noch 16 Stunden für sämtliche Aktivitäten zur Verfügung.

Jetzt nehmen wir das Beispiel einer Vollzeittätigkeit, also 8 Stunden Arbeit plus Pause plus Arbeitsweg, kommt man auf ca. 10 Stunden Abwesenheit. Bleiben schon nur noch 6 Stunden für Privatleben, aber nicht gleich Freizeit. Oder zählen Arztbesuche, Behördengänge ja sogar Einkäufe, Haus oder Wohnung putzen, Kind von Kita holen usw. schon zur Freizeit?

Im Grunde ist all das Privatzeit, aber wirklich Zeit für das LEBEN, zur Erholung und im Idealfall zur Inspiration um Neues auszuprobieren oder auch Altgewohntes so richtig zu genießen blieb jedenfalls bei mir kaum.
Und in meinem Fall verringerte sich die viel zu wenige Freizeit noch massiv, weil ich deutlich mehr gearbeitet habe.

Die Frage nach der Zeit kann man mit dem überdenken der täglichen 24 Stunden schnell beantworten. Niemand aber kann Dir sagen, wie viel Zeit Dir tatsächlich bleibt. Unser Zeitkonto lässt sich nicht beeinflussen und auch nicht anderweitig auffüllen Die Zeit eines jeden ist begrenzt. Wie lang uns tatsächlich bleibt, mit unseren Lieben und um die Welt zu entdecken, um Pläne zu schmieden und all die Dinge zu tun, die tatsächlich wichtig sind, kann keiner vorher sagen. Deshalb sollten wir sie für die Menschen und Dinge nutzen, die uns am meisten bedeuten.

Ich habe meinen Job geliebt und niemand hatte mir aufgetragen, derart viele Stunden in ihn zu investieren. Vermutlich machte genau das mir den täglichen Spagat so schwer.

Zu wenig Zeit für uns

Mir kommen die sieben Jahre mit LeniLou vor, als wären sie wie im Fluge an mir vorbei gezogen. War ich daran beteiligt? Ich meine so wirklich, und immer dabei? Ich erschrecke mich, wie viele Stunden dieser Zeit ich und sie nicht beieinander waren und das gleiche gilt für die Zeit mit meinen Mann.

Wie glücklich sind wir, einen passenden Partner in dieser riesigen und verrückten Welt zu finden. Einen Partner der mit mir und in allen Momenten des Lebens durch schöne aber auch schwierige Zeiten geht, und einen der bleibt ganz lange und idealer Weise für immer. Und dann? Dann verabschieden wir uns jeden Morgen, um den Tag, also das Leben getrennt voneinander zu verbringen. Mich wundert überhaupt nicht, dass derart viele Ehen nicht halten. Dass gemeinsame Entwicklung und später dann ein entspannter Lebensabend zwar der Wunschgedanke aller Paare ist. Aber im Alltag den meisten absolut schwer fällt, sich nicht auseinander zu leben und dann den gemeinsamen Lebensabend überhaupt erreichen.

Gewonnen

heute sehen wir uns 24/7 ♥

Unser stärkster Beweggrund für diesen Schritt ist und bleibt die gewollte gemeinsame Zeit. Ich liebe es so sehr, in der Früh meine beiden Lieben zu beobachten, wie sie so langsam wach werden. Mein jahrelang antrainiertes frühe aufwachen hat sich noch nicht aufgelöst. Aber das macht gar nichts. Es wohnt inzwischen in mir eine Ruhe, die ich gar nicht mehr kannte. Den Moment tatsächlich bewusst wahrnehmen, dem Tag eine selbstbestimmte Struktur zu geben und das alles zusammen mit LeniLou und Alex sind das größte Geschenk, dass ich mir mit dem Ausstieg aus meinem geliebten Job machen konnte. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrung und dass wir das gemeinsam (er)leben dürfen!

Erinnerung

Ich möchte niemanden belehren, jeder hat für das was er tut seine Beweggründe. Und dennoch denke ich, dass wir viel zu viele Dinge tun, weil es schon immer so war, weil man wem oder was auch immer gerecht werden will, weil wir uns keine Zeit nehmen, alte Gewohnheiten in Frage zu stellen oder weil wir in einer Rolle stecken, aus der es nicht leicht ist, rauszukommen. Es gibt zahlreiche Gründe, die uns hemmen, neue Wege zu gehen und damit ggf. wertvolle Zeit verschenken. Deshalb möchte ich an dieser Stelle mit diesem Beitrag alle pflichtbewussten oder gewohnheitsliebenden Menschen daran erinnern: vergesst nie zu Leben!

Anbei verlinke ich Euch weitere interessante Artikel hierzu

Diese Dinge bereuen die meisten Menschen in ihrem Leben — macht nicht den gleichen Fehler

Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen

Ich bin nicht krank und hoffe auch, dass keiner meiner Leser ernsthaft krank ist. Und dennoch bin ich mit Fällen plötzlichen und heftigen lebensverändernden Diagnosen mehrfach konfrontiert worden, im eigenen Familien- oder Freundeskreis und manchmal auch in meinem Job.

Konfrontationen, die bei vielen und auch bei mir das eigene Tun und Handeln massiv in Frage gestellt haben. Wartet nicht auf schlechte Ereignisse, sondern hört jetzt in Euch rein. Das Leben ist zu kurz, um all die schönen Dinge auf später zu verschieben oder später dann gar zu bereuen, etwas nicht getan zu haben.

Viele Grüße

Eure Boboli

Grundsätzlich unterstell ich mal ganz allgemein, dass Eltern für Ihre Kinder immer das Beste und nur Gutes wollen. Sie wollen Ihren Kindern keine Chancen vorenthalten und sie gesund und gewaltfrei aufwachsen sehen. Und dann gibt es eine Menge unterschiedliche Werte, die Eltern Ihren Kindern mitgeben wollen und die Einfluss auf die Erziehung nehmen.

Das ist bei uns nicht anders. Wir wollen für Leni nur das Beste und wir wünschen ihr eine sorgenfreie Kindheit. Eine möglichst lange Kindheit und kein zu frühes leistungsorientiertes streben nach unzähligen Wettbewerbsfähigkeiten. Ich werde hierüber nicht in der Tiefe ausholen. Das Thema Erziehung sollte kein Thema für diesen Beitrag sein. Aber natürlich stößt auf großes Interesse unserer Leser, was Leni von unserem Ausstieg hält und wie wir sie in unsere Entscheidung eingebunden haben.

Wie haben wir unsere Tochter an der Entscheidung zum Ausstieg beteiligt?

Bereits lang vor unserem Ausstieg sprachen wir daheim immer wieder mal darüber, dass wir gern einmal länger reisen würden. Ohne konkret über ein Datum oder gar über einen kompletten Ausstieg zu reden. Wir sind schon immer gereist und gern auch mal länger als übliche 2 oder 3 Wochen am Stück. Und dafür war unsere Leni immer zu haben. Sie ist wahnsinnig gern unterwegs. Sie liebt das fliegen oder Zug fahren und kennt es seit frühester Babyzeit. Wenn eine Reise zu Ende ging, war sie es, die nicht freiwillig heim fuhr, wenn doch sie unser zu Hause sehr geliebt hat.

Leni in einer Tanzschule auf BaliAber sie war immer schon gern auf Reisen, liebt es neue Orte zu erkunden und taucht auch sehr schnell in fremde Länder und deren Kultur ein. Bei einem Tanzkurs in Bali hat sie im Alter von vier Jahren zwischen kleinen Mädchen, deren Sprache sie nicht beherrschte, viel gelernt. Es durfte keine einzige Tanzstunde verpasst werden und wenn sie es auch hasst Kleidung einzukaufen, ein passender Sarong musste sein. Das zeigt uns, dass Leni unsere Leidenschaft für das Reisen teilte.

Als dann die zeitliche Planung unseres Ausstieges konkret wurde, haben wir Leni von Anfang an mit einbezogen. Und wir haben ganz konkret mit ihr darüber gesprochen, was das für uns bedeutet. Und bei diesen Unterhaltungen ging es sehr schnell um unser zu Hause und damit auch um ihr Kinderzimmer, den Garten mit Ihrem tollen Spielturm, um die Zukunft unserer Katze und um unsere Familie (wann besuchen wir sie usw.) und unser zukünftiges Reiseleben.

Mehr Zeit mit Mama

Leni ist weder typisches Mama- noch Papa-Kind. Sie liebt es gleichermaßen mit uns Zeit zu verbringen. Wenn doch sie auf die Zeit mit mir in der Vergangenheit deutlich häufiger verzichten musste, als auf gemeinsame Zeit mit Papa. Und so kam es doch sehr häufig vor, dass, wenn ich daheim war, sie nahezu jeden Moment des Tages ausschließlich an meiner Seite verbrachte und diese gemeinsame Zeit intensivst aufgesogen hat. Denn ihr war natürlich klar, dass die nächsten Tage gleich wieder Mamaverzicht bedeuteten. Und schon am Sonntagabend fragte sie oft traurig, wie denn die kommende Woche aussehe und wann Zeit mit Mama eingeplant sei. Als sich dann bei mir berufliche Änderungen abzeichneten aber noch keine Entscheidung meines kompletten Jobausstiegs getroffen war, haben wir natürlich auch Leni in die Gespräche zu evtl. anstehenden Veränderungen einbezogen.

Und diese Reaktionen von Leni, die Fragen ihrerseits und das absolut positive Interesse zu allem was kommen könnte, das waren für uns ganz entscheidende Erlebnisse. Insbesondere sie war mit der Hoffnung, Mama nun viel öfter zu haben sowas von euphorisch. Als dann klar war, keine berufliche Veränderung sondern ein kompletter Ausstieg aus dem Arbeitsleben als Angestellte würde das Ergebnis sein, war unsere Leni das glücklichste Wesen auf Erden. Wo ich noch die ein oder anderen Zweifel in mir trug, ob das tatsächlich alles jetzt schon das richtige sein würde, hatte Leni mal so gar keine Bedenken – in ihrer kindlichen Vorstellung sicher auch differenzierter zu bewerten. Dennoch war das u. a. auch einer unserer Schlüsselmomente zur Entscheidung unseres kompletten Ausstiegs.

Lernen ohne Schule

Zunächst hatten wir Leni noch in der Schule angemeldet, denn in diese wäre sie in diesem Jahr eingeführt worden. Hierzu gab es bei uns ein immer größer werdendes Problem. Denn Leni wollte nicht in die Schule. Und das war schon sehr lange ein Thema bei uns. Bereits im letzten Jahr war das die Meinung von Leni, die sich entgegen aller Erwartungen in diesem Jahr nicht änderte. Sie blieb dabei, dass sie nicht in die Schule wollte.

Erst hatten wir ja nur mal den Gedanken zum Ausstieg laut ausgesprochen und uns miteinander beraten wie Szenarien unserer Zukunft aussehen könnten. Daran hatte Leni sich auch rege beteiligt. Wir haben überlegt und wieder verworfen. Auch wurde von ihr zum Thema Hausstand auflösen schnell geplant, was sie wem schenken oder spenden könnte. Und dann irgendwann wurde auch von ihr der Zusammenhang zur Schule erfasst. Wir mussten hierfür eine Lösung finden, das war auch Leni klar. Dazu hatten zunächst Alex und ich zahlreiche Gespräche geführt und viel recherchiert. Wir haben uns mit den Optionen Homeschooling (häuslicher Unterricht) und Unschooling (Schul- und Unterrichtsfrei) auseinander gesetzt.

Lernen auf Reisen

Dann haben wir Leni dazu befragt, was sie denkt, wie wir das machen könnten. Für sie stand fest, sie wird wie alle Kinder lesen, schreiben und rechnen lernen. Das war immer schon ihre ganz klare Vorstellung. Und sie hatte längst, in absoluter Eigeninitiative, mit dem lesen und schreiben lernen begonnen. Aber sie konnte sich nicht vorstellen, in eine Schule zu gehen. Also war klar, sie wird lernen, allerdings erst einmal nicht in einer Schule am Wohnort. Dafür machten wir uns gemeinsam mit Leni daran, eine Schulfreistellung (zunächst für ein Jahr ) zu beantragen.

Leni war mit diesem Entschluss wahnsinnig befreit. Von einer Last, die unser kleines Mädchen nun schon sehr lange mit sich herum trug.

Für welches Modell des Lernens auf Reisen wir uns letztlich entschieden haben, berichte ich gern mal in einem späteren Blogbeitrag.

Auf dem Weg, die Hürde der Schulbefreiung zu bezwingen, viel dann die Entscheidung tatsächlich alles aufzugeben. Weil wir nicht daran denken, nur ein Jahr zu reisen sondern open End unterwegs zu sein. Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass wir auf diese Weise einige Jahre als sog. Normaden leben wollen.

Fazit

Die Entscheidung zur Langzeitreise mit kompletter Aufgabe unseres Hausstandes haben wir zu dritt getroffen. Leni war immer beteiligt an zu diskutierenden Optionen. Sie hat immer ihre Bedenken geäußert und diese wurden gleichermaßen in unsere Entscheidungen einbezogen. Und dennoch kann ich sagen, dass Leni uns mit ihrer kindlichen Naivität und Unbedarftheit so manche Entscheidung auch hat leichter treffen lassen.

Sie war bei der gesamten Verteilung unseres Hab und Guts so cool. Sie ist sehr sozial, gegenüber Menschen die sie nicht kennt noch viel mehr. Ständig sagte sie, “Mama das kann sicher noch jemand gebrauchen, der nicht soo viel Geld hat. Komm lass uns denen eine Freude machen”. Völlig unbedarft gegenüber Wert oder Nutzen, kindlich eben, aber mit großer Freude. Bei einigen eigenen Dingen, wie Kleidung (LieblingsKleidchen) oder auch Spielzeugen hatte sie dann auch mal Probleme, diese komplett herzugeben. Aber wir haben schlussendlich für alles einen guten Kompromiss gefunden, an dem sie ganz entschieden mitgewirkt hat.

Erinnerungen

An den Dingen die wir eingelagert haben, (das sind insgesamt 5 Kisten) hat Leni den größten Anteil. Denn das sind auch Ihre Kindheitserinnerungen und die wollen wir ihr nicht nehmen. Im Gegenteil, Leni wird eines Tages frei entscheiden, welches Lebensmodell das ihrige sein wird und dafür darf sie ebenso wie alle anderen Kinder ihre Erinnerungen mit ihren ganz persönlichen Schätzen aufrecht erhalten.

Kinder sind sprunghaft und ja, der Tragweite einer Entscheidung zum kompletten Ausstieg und unserer gestarteten Langzeitreise kann sich Leni gar nicht bewusst sein. Wir achten sehr darauf, dass all unsere aber besonders Leni ihre Bedürfnisse in unserem neuen Lebensmodell berücksichtigt werden. Und sobald einer von uns der dringende Wunsch nach einer Base und absoluter Beständigkeit nicht mehr los lässt, werden wir hierfür eine Lösung finden. Momentan, und wir sind ja noch am Anfang unseres Abenteuers, ist das kein Thema für uns drei.

Langzeitreise-Interview mit LeniLou

Ich habe mir gedacht, Leni in unregelmäßigen Abständen zu interviewen und Fragen zur Reise und allem was dazu passt zu stellen.

Und hier findet ihr das erste Langzeitreise-Interview mit Leni. Ich gebe ihre Antworten eins zu eins weiter und erinnere daran, dass unsere Leni gerade 7 Jahre alt geworden ist.

Boboli:
Wie gefällt Dir denn unser neues Leben?
Leni:
Mir gefällt unser neues Leben seeehr gut.

Boboli:
Ist es anders als früher, als wir in den Urlaub gefahren sind?
Leni:
Ich freue mich, dass es immer immer weiter geht und ich hoffe,
dass Mama und Papa ja nicht sagen, dass es zurück geht.

Boboli:
Gefällt Dir etwas gar nicht?
Leni:
Mir gefällt nicht, dass ich meine Oma & Opa und meine Tante & Onkel nicht mehr so oft sehe.
Und meine Freundin Emma und meine Katze Lucy vermisse ich.

LeniLou 7. Geburtstag

Boboli:
Was war das tollste bisher für Dich?
Leni:
Mein Geburtstag im Kinderhotel weil ein Clown mit roter Nase kam und Papa mir auf der Bühne einen Geburtstags-Muffin gezaubert hat.

Boboli:
Worauf freust Du Dich besonders?
Leni:
Ich freu mich dass wir mit meiner Tante und
Onkel und dem anderen Onkel und meiner
Cousine an Weihnachten eine Reise zusammen
machen. Und auf das Wintercamp in Thailand mit
vielen Kindern und Freunden freue ich mich auch schon.

Boboli:
Was vermisst Du unterwegs?
Leni:
Meine Puppe, die ich aber nach Asien mitnehme und meine beste Freundin Emma,
die stopfe ich vielleicht auch noch mit in meinen Rucksack.

Boboli:
Was wünschst Du Dir für die nächsten Orte auf unserer Reise?
Leni:
einen Kinoabend und einen Pool zum planschen…  und eine Disco.

Tschüß und bis bald, Eure LeniLou

Wenn Ihr Fragen an uns habt oder Euch weitere Themen interessieren könnt ihr uns direkt unter diesem Blogpost im Kommentarfeld eine Nachricht hinterlassen.

Viele Grüße

Eure Boboli

Wir haben mit unserem Ausstieg alles aufgegeben, was üblicherweise zu besitzen für die meisten Menschen in unseren Kreisen ganz normal ist. Aber eigentlich hatten wir schon vorher viel weniger Besitz als andere und trotzdem noch soviel.

In meinem ersten Blogbeitrag „Wie, Wann und Warum unser Ausstieg“ hatte ich bereits angedeutet, was uns wichtig ist im Leben und dass sehr früh schon der Wunsch nach “früher nicht mehr arbeiten MÜSSEN” in uns wuchs. Und dieser Wunsch war so stark, das relativ bald konkrete Pläne her mussten, wie wir das am besten anstellen könnten. Und damit war bei uns der Minimalismus bzw. Frugalismus eingezogen.

Minimalismus oder Frugalismus

Aber was ist das genau? Wie unterscheidet man beides voneinander?
Dazu existieren viele verschiedene Definitionen im Netz. Ich denke, das ist persönliche Interpretation. Die einen sagen, dem Minimalist sei die Anzahl seiner Besitztümer aus ästhetischen Gründen wichtig. Wohingegen es dem Frugalisten nur um die Maximierung seines Lebensglücks pro eingesetztem Euro geht. Aber beide versprechen sich ein besseres, wenn auch deutlich einfacheres Leben.

Und in beiden Fällen ist eine Umstellung seines bisher gewohnten Lebensstandard nicht nur einfach. Denn es hat zu tun mit dem Aufgeben vieler kleiner und großer Bequemlichkeiten. Unser Ziel war Lebenszeit durch weniger Arbeit zu gewinnen.

Und dieser Gewinn wiegt die vermeintlichen Verluste durch deutlich weniger Konsum sowas von auf und führte bei uns dazu, ein besseres, glücklicheres aber einfacheres Leben zu führen.
Unser Ziel war und ist es weiterhin, Frei zu sein im Handeln und Tun.

Wir entwickelten eigene Lösungen. Um mit weniger Geld besser zu leben und das gesparte Geld zu investieren. Um so schon früher ausgesorgt zu haben und dann das Leben noch fit und deutlich früher als mit 67 oder gar erst mit 70 Jahren zu genießen.

Was genau hieß das für unsere bisherige Art zu Leben?

Wir entschieden uns, eher Bescheiden zu leben. Wir haben gutes Geld verdient. Zunächst beide als Angestellte und Alex schon sehr früh zusätzlich noch mit einer nebenberuflichen Selbständigkeit. 2014 hat Alex sein Angestelltenverhältnis komplett aufgegeben und ich hatte vor, etwa bis zu meinem 50. Lebensjahr zu arbeiten.

Unsere Ausgaben haben wir stark reduziert und bei Gehaltssteigerungen mit fortschreitender Karriere unseren Lebensstandard weiterhin niedrig gehalten. Ziel war es, eine Sparquote von mind. 50% unserer Nettoeinnahmen zu erreichen. Und das haben wir ca. 18 Jahre konsequent durchgezogen. Ohne uns jemals zu geißeln und ohne auf unser liebstes Hobby dem Reisen zu verzichten.

Und da materieller Besitz für uns nicht alles im Leben ist, haben wir mit bewusstem Konsum in all den Jahren eine Menge Geld gespart.

Wohin mit dem gesparten?

Und dieses Geld sowie einen Großteil unserer Einnahmen haben wir in längerfristige Anlagen investiert. Aus diesen Kapitalanlagen finanzieren wir uns mit einem passiven Einkommen aus Dividenden und weiteren Kapitalerträgen in den nächsten Jahren einen Großteil unseres Lebensunterhaltes.

Diese Jahre des Sparens und dennoch erfüllt Leben wollen, für unseren Plan irgendwann mal auszusteigen, haben uns sehr geprägt. Weniger Besitz war so schon lange unser Lebensstil ohne dabei konkret auf die Anzahl oder den Wert unserer Besitzereien festgelegt zu sein. Wir haben noch nie Wert darauf gelegt, bestimmten Hypes, Modestilen oder Massenphänomenen nachzueifern. Auch wurde unsere Einrichtung und auch nicht unser Kleiderschrank jährlich neu ausgerichtet. Wir haben angeschafft, was nötig war aber stets bedacht ob das eine oder andere evtl. auch verzichtbar wäre. Denn je mehr unser Hausstand wuchs, umso eingeengter fühlten wir uns. Und das alles musste ja auch verwaltet, in Schuss gehalten, repariert und bei defekt wieder getauscht werden.

Besitz belastet auch

Unseren Hausstand aufzulösen war deshalb für uns fast schon eine logische Konsequenz. Denn wir empfinden Besitz auch als eine große Belastung. Heute ist es verbreiteter Häuser oder zunächst sehr hohe Kredite zu besitzen. Mit denen die Häuser finanziert werden, um sie dann irgendwann tatsächlich zu besitzen. Solch ein Besitz plus all die vielen wichtigen oder auch einfach nur das Leben schöner machenden Konsumgüter und die damit verbundenen Verpflichtungen haben uns teilweise belastet.

Deshalb eines unserer Lebensmotto

Die Dinge, die wir besitzen, besitzen eines Tages uns – weil wir uns um sie sorgen, uns mit ihnen beschäftigen, uns um sie kümmern müssen. Weil wir einfacher leben möchten, haben wir unseren Besitz massiv reduziert.

Kaum etwas zu besitzen und dennoch reich an Erlebnissen zu sein und insbesondere durch die gewonnene Zeit sowie unserem ortsunabhängigen Leben, frei zu entscheiden – Tag für Tag, ist im Moment die perfekte Lebensform für uns.

Offene Frage

Ach, und falls ihr jetzt meint, ich sei 50 Jahre alt, kann ich an der Stelle verraten: das bin ich noch nicht. Umstände in meinem Arbeitsumfeld haben dazu geführt, dass sich ein Ausstieg in diesem Jahr ergeben hat. Und dann haben wir gemeinsam entschieden, dass wir diesen Umstand nutzen, unsere Lebensreise zu starten. Denn wer weiß schon, was alles möglich ist, wenn ich dann 50 bin. Das ist noch ein paar Jahre hin, unsere Tochter wird ein Teenager sein und wir, wir werden hoffentlich gesund und happy beieinander sein. Wir werden vielleicht die halbe Welt bereist haben und es werden uns jede Menge Erinnerungen verbinden, die uns keiner mehr nehmen kann. Besitz bedeutet uns nichts, denn wir sind so wahnsinnig reich an unseren Erfahrungen,  Erlebnissen und gewonnenen Erkenntnissen – über das Leben auf dieser wunderschönen Erde.

Habt ihr Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann nutzt das Kommentarfeld unter dem Blogpost und kontaktiert uns direkt. Wir sind über jede Art von Feedback dankbar.

Viele Grüße

Eure Boboli

Da wir bereits vor unserer Langzeitreise viel gereist sind, Erfahrung im Reisen zu zweit und auch mit Kind hatten, war das Gepäck für uns zunächst kein großes Thema. Wir mussten also nicht in ein Thema einsteigen, welches für uns völlig unbekannt war. Eher hatte das Gepäck für unsere Langzeitreise bei uns mit Abschmeißen und weniger soll es werden zu tun.

Wir waren schon häufig mit dem Flieger kurze oder lange Strecken unterwegs. Auch mit dem Auto waren wir sehr häufig auf Tour und das alles für kurze aber auch für längere Zeiträume. Und bisher hatten wir bei allen Reisen immer einen klaren Plan, was kann mit und was eher nicht. Und ja wir liebten es auch, wenn man nach der Auswahl der mitzunehmenden Dinge geht, mit dem Auto zu reisen. Denn da konnte alles mit, was das Herz begehrte. Und insbesondere auf Reisen mit Kind konnte das richtig viel sein. Glaubt man doch immer auf all den Medizin- Spiel und Wechselkleidungskram nicht verzichten zu können oder vielmehr zu wollen. Also seit wir mit Kind gereist sind, war auf jeden Fall immer zuviel dabei. Das war uns aber bewusst und so dachten wir zunächst:

Keine große Sache mit dem Gepäck, oder?

So stellten wir uns zunächst vor, dass mit dem Ausstieg und den damit verbundenen weniger werdenden Besitzereien automatisch das packen für die lange Reise ganz einfach würde.

Aber, was soll ich sagen: Seit wir gestartet sind und zunächst innerhalb Deutschlands und jetzt innerhalb Europas mit dem Auto unterwegs sind, reisen wir schon noch sehr bequem und weniger eingeschränkt. Ok, wir reisen derzeit mit dem Kleineren unserer ursprünglich beiden Autos und nicht mit dem großen mega voluminösen Kombi. Das hieß tatsächlich schon mal genauer überlegen, was mit kann. Und eine Herausforderung lag auch darin, noch für unterschiedliche Jahreszeiten Kleidung und Schuhe dabei zu haben. Auch hat unsere Tochter (7 Jahre) Spielzeug und Bücher dabei. Und wegen des nahenden Herbstes haben wir auch eine gut ausgestattete Reiseapotheke für das doofe Schnupfnasenwetter dabei.

Haben wir uns damit auf das wesentliche konzentriert? Haben wir immer noch zu viel Besitz? Oder gar die komplett falschen Dinge dabei? Irgendwie sind wir schon immer noch ständig dabei, etwas von unseren Habseligkeiten zu suchen. Und das ist eigentlich immer ein Zeichen dafür, dass man einfach zu viel dabei hat. Denn je weniger Gepäck, um so weniger kann verloren gehen und um so seltener sucht man sich durch all die Dinge, bis man eben das eine Teil gefunden hat.

Kleidung

Deshalb behaupte ich mal, unser derzeitiges Reisegepäck könnte noch optimiert werden. Wir müssen nicht alles überdenken. Aber in all unseren Kleidungsbereichen (Kleider, Hosen, Jacken, Shirts, Schuhe sowie Kappen, Schal und Mützen) haben wir bisher mehr dabei, als benötigt wurde. Sicher auch den milden Temperaturen zu verdanken, die wir in den letzten Wochen auf unserem Roadtrip durch Italien erfahren durften. Da wir aber in unserem kleinen vierrädrigem Gefährt ladetechnisch in keinster Weise am Limit sind, sondern eher großzügig Platz haben, war es bisher gar nicht nötig, abzuschmeissen. Aber tatsächlich sehe ich an der ein oder anderen Stelle Einsparpotenzial für unsere Kleidung.Und das fällt uns nicht schwer weniger Wechselkleidung dabei zu haben – darin sind wir uns einig. Wir Mädels, den man ja immer diesen Klamottentick nachsagt, sind bei unseren Kleidern nicht besonders eitel. Ich persönlich bin so happy, kein Business mehr tragen zu müssen, dass ich mich inzwischen mit sehr wenig verschiedenen Kleidern tatsächlich richtig wohl fühle.

Spielzeug

Und auch das mitreisende Spielzeug könnte durchaus weniger sein. Wir sind sehr viel draussen und spielen mit dem, was dort zu finden oder angeboten wird. Fast ausschließlich an Tagen mit schlechterem Wetter wird dann zu bestimmten (Konsum-)Spielzeug gegriffen. Aber sehr häufig beschäftigt sich unsere Tochter mit ihren Bastelutensilien. Und auch dafür braucht es nicht viel. Das meiste dieser Utensilien sammelt sie sich unterwegs. Und dann wird geschnitten, geklebt, gemalt und probiert, bis tolle Ergebnisse aus Joghurtbechern, Muscheln oder Steinen unser Heim verschönern.

Und ja, wir wollen ihr auch neue Anreize geben oder bestimmte Fähigkeiten spielerisch fördern. Aber irgendwie widerstrebt es mir, dafür Spiele, die kaum bespielt werden immer wieder in den Fokus zu rücken, damit sie nicht umsonst mitreisen. Wenn Kinder nicht selbst danach greifen, scheint es offensichtlich nicht ihr Interesse zu wecken. Und wir sollten nicht aufdrängen, was unseres Erachtens gerade gut zur Förderung von X oder Y wäre. Unsere Tochter ist sehr kreativ und dass am meisten und sehr intensiv, wenn sie eher weniger Spielzeug zur Verfügung hat als zu viel. Sie fokussiert sich und ist weniger abgelenkt, wenn das Spielen Raum und Möglichkeiten der eigenen Fantasie belässt. Weniger Spielzeug führt ebenso dazu, dass sie dieses viel länger schätzt und auch beschützt, also sehr viel achtsamer damit umgeht. Bezeichnend ist doch, dass sie selbst alles ordentlich verräumt und bloß nichts verloren gehen darf. Sie schafft es auch, sehr viel längere Zeit mit einem Spielzeug zu spielen und bei der Sache zu bleiben, als wenn das Angebot größer ist. Deshalb wird das mitreisende Spielzeug vor dem Start nach Asien noch einmal überdacht. Mit ihr gemeinsam werden wir aus- und neu sortieren.

Größtes Problem im Reisegepäck

Eine Lösung zur Mitnahme von Büchern ist unsere besondere Herausforderung. Jetzt für den Roadtrip war das kein Thema. Wir haben eine großzügige Auswahl an Kinderbücher dabei und sehr viel Leselernmaterial in Papierform.

Wir Erwachsenen lesen jedoch inzwischen nahezu ausschließlich online oder konsumieren Hörbücher – das ist für uns Reisende absolut komfortabel im Erwerb, da von überall auf der Welt jederzeit online verfügbar. Und das konsumieren der online-Bücher ist extrem praktisch über Kindl oder Smartphone.

Die Hörbücher hat unsere Tochter schon sehr früh für sich entdeckt. Sie liebt diese und hört am liebsten täglich spannende und lehrreiche Geschichten. Aber Bücher, insbesondere jetzt wo sie das Lesen lernt und ganz eifrig übt um endlich eigenständig in die Welt der Bücher einzutauchen, sind für uns auf Reisen ein Bissl ein Problem. Natürlich sind auch Kinderbücher online verfügbar und es gibt auch einige Apps, die gepaart mit tollen Animationen die Kinder beim lesenlernen unterstützen. Aber bei Kinderbüchern habe ich immer noch das große Bedürfnis, meiner Tochter ein Papierbuch in die Hand zu geben. Vermutlich ist das eine rein emotionale Sache, ggf. auch aus eigener Erinnerung an meine Kindheit. Aber liegt es vielleicht auch daran, dass meine Tochter und ich es lieben, in der Buchhandlung oder in der Bücherei auf die Jagd nach neuen Schätzen zu gehen? Direkt noch an Ort und Stelle ein stilles Eckchen zu finden um reinzulesen, in das Buch, welches vielleicht mit zu uns nach Hause darf. Und dieses auswählen neuer Geschichten und das durchblättern und an Hand der Zeichnungen eigene Fantasien anzuregen, gestaltet sich eben online sehr viel schwieriger als mit Büchern in Papierform.

Ohne Bücher reisen?

Deshalb haben wir hierzu (für uns) noch keine geeignete Lösung gefunden. Zum einen, weil Bücher tatsächlich ein ganz schönes Gewicht im Gepäck sind und auch, weil es im Ausland schwieriger ist, an deutschsprachiges Lesematerial zu kommen. Aber in Buchhandlungen gehen wir im Ausland trotzdem gern. Bei fremdem Sprachen werden eben an Hand von Bildern Geschichten erzählt oder wir versuchen uns in der neuen Sprache. Falls ihr Ratschläge für uns habt, wäre ich sehr dankbar für ein paar Ideen.

Reisen in die Tropen

Wenn es dann Mitte Dezember nach Asien geht, wird unser Gepäck noch einmal komplett neu überdacht.

Unser Plan: jeder bekommt einen Rucksack (handgepäcktauglich) und zusätzlich haben wir zwei Reisetaschen mit einem Fassungsvermögen von je ca. 100 Litern dabei.

In unseren Rucksäcken packen wir unsere Technik, die wichtigsten Papiere und Wechselkleidung für mind 2 Tage je Person (falls das aufgegebene Gepäck mal verloren geht). Weitere Kleidung für uns drei sowie der Rest unseres Hab und Guts werden in den Reisetaschen verstaut. Was da rein passt, kann mit. Wenn neues angeschafft wird, muss vorher aussortiert und verschenkt oder entsorgt werden. Wir planen zunächst für das erste Jahr eher warme Gegenden zu bereisen, was auch einen großen Einfluss auf unser Gepäck haben wird (weniger Jeans und Pullover ;o)).

So gehen wir heute davon aus, dass wir uns an unsere eigenen Vorgaben zur Anzahl der Gepäckstücke halten werden und auf diese Weise eine für uns komfortable Reisegepäck-Situation haben.

Worauf wir zunächst verzichten

Die Reiseapotheke wird kleiner. Vorausgehend stelle ich noch klar, dass niemand von uns auf bestimmte Medikamente wegen schwerer oder chronischer Krankheiten angewiesen ist. Aber es ist zu beachten, dass auf einer Safaritour nach Afrika sicher mehr Medikamente mitzunehmen sind, als bei einem Städtetripp nach Vancouver.  Oder bei einer Trekkingtour durch Südostasien braucht man eine andere Reiseapotheke als bei einem Familienurlaub in Italien. Diese besonderen Erfordernisse werden wir jeweils vor dem bereisen neuer Länder überdenken und unsere Reiseapotheke entsprechend anpassen. Wir wollen aber nicht für alle Eventualitäten dauerhaft ausgerüstet sein. Das spart in jedem Fall viel Platz in unserem Gepäck.

Auch haben wir keine Ausrüstung für sogenannte Campingtrips dabei. Wir wünschen uns unter anderem einen Trip durch Tasmanien/Australien, vielleicht auch Neuseeland oder auch Japan zumachen. Das sind Länder, die sich hervorragend für einen Roadtrip mit dem Camper oder CamperVan eignen. Da hierzu aber noch komplett offen ist, wann wir diese Art zu reisen in unsere Lebensreise packen, haben wir hierzu keine Ausrüstung dabei. Demnach verzichten wir vorerst komplett auf Schlafsäcke, Koch- Geschirr- und weitere Selbstversorger-Utensilien.

Sobald sich hierzu abzeichnet, dass wir für einen solchen Trip in die Planung gehen, werden wir berücksichtigen, unser Gepäck entsprechend anzupassen.

Fazit

Für uns gibt es eine ganz entscheidende Besonderheit im Gepäck für unsere Langzeitreise. Anders als auf bisherigen Reisen wie Urlaube, Dienstreisen oder all die Reisen, die wir begrenzt bis zu unserer Heimkehr zurück nach Hause durchgeführt haben, ist für diese Reise keine Ende in naher Zukunft geplant. Doch hat auf etwas zu verzichten, für die Dauer einer zeitlich begrenzten Reise, ganz eine andere Bedeutung. Muß man doch auf das vermeintlich wichtige oder auch nur liebgewonnene Utensil verzichten, ist es nur ein Verzicht für begrenzte Zeit. Denn wenn der Urlaub zu Ende ist, hat man all seine Habseligkeiten schnell wieder zurück. Wir aber haben all unseren Besitz dabei. Es warten daheim in 14 Tagen oder drei Wochen keine Dinge auf uns, die uns das Leben schöner machen. Es gibt nicht das 2. oder 3. Paar Sneaker, auf die wir für die Dauer eines Urlaubes verzichten und uns danach die Möglichkeit bieten, alle zwei Tage ein anderes paar Schuhe zu tragen.

Wir haben dabei, was wir besitzen. Das ist in Summe für uns stark begrenzt und dennoch haben wir alles was wir brauchen. Wir fühlen uns gut dabei! Es macht vieles für uns leichter und hilft uns ungemein dabei, uns mehr und mehr auf’s wesentliche zu konzentrieren. Wir haben uns bewusst entschieden, unsere Zeit für schönes, für uns selbst und mit uns als Familie aber auch mit Freunden und in der Natur zu verbringen. Wir genießen unsere Freiheit, die mit der Reduzierung unseres Besitzes extrem positive Wirkung auf uns hat.

Soviel also zu unserem derzeitigen Gepäck auf Langzeitreise. Gern werde ich in einigen Monaten hierzu eine Aktualisierung verfassen, um auch selbst zu prüfen, wie es uns ergangen ist. Was wir eventuell nicht bedacht hatten oder ob wir doch zu viel mitschleppen?

Ich freu mich über Eurer Feedback – dazu könnt ihr direkt unterhalb des Blogpost in das Kommentarfeld schreiben.

Viele Grüße

Eure Boboli

Nach unserer Heimat werden wir häufig gefragt von Leuten, denen wir begegnen und die mit dieser “unserer Art” zu leben bisher keine Berührung hatten. Allerdings folgt diese Frage erst, wenn unsere Gesprächspartner über die erste Frage-Session zu “Wohnungslos und ohne Besitz dauerhaft unterwegs” hinweg sind. Dabei interessiert die Menschen am meisten

  • Wie macht man das?
  • War es schwer für euch, sich von all den Dingen (Hausstand und die meisten Habseligkeiten) zu trennen?
  • Wie lang plant ihr im Voraus die nächsten Orte?
  • Wie wohnt ihr unterwegs?
  • Was macht ihr so den ganzen Tag?

Wenn diese Fragen mal beantwortet sind, folgten zunächst bisher ausschließlich Reaktionen wie: „Wow – so mutig“ oder „toll, was ihr euch traut“.

Danach fangen viele das Grübeln an und es folgt:

Die Frage nach unserer Heimat?

Ich empfand häufig diese Frage auffallend negativ formuliert, ja fast schon beängstigend gestellt. Irgendwie muss der Mensch so ticken, dass man schnell etwas negatives sucht oder braucht, damit einem selbst seine eigenen Argumente Bestätigung für das gelebte Lebensmodell geben. Wobei ich klar sage, es gibt kein Richtig oder Falsch. Jeder soll leben, wie er es für richtig hält. Wichtig ist doch, dass jeder sein Lebensmodell selbst wählt und nicht nach Vorstellungen Anderer lebt.

Was bedeutet Heimat?

Bezogen auf das Reisen empfinden Reisende zum Start ihres Urlaubes große Freude wenn es darum geht, bereits bekannte Orte zu besuchen oder endlich mal wieder neues zu entdecken. Und manche lieben es sogar, sich in spannende oder gar waghalsige Abenteuer zu stürzen oder auch mal sportliche Herausforderungen im Urlaub anzunehmen. Doch zum Ende der Reise sagen viele Urlauber: „daheim ist es doch am schönsten“. In seine gewohnte Umgebung, in seine bekannte Routine, in seinen Familien- und Freundeskreis, eben in seinen gewohnten Alltag wieder zurück zu kehren. Das sind häufig Dinge, die man neben materiellen Details auch mit „Heimat“ verbindet.   

Und für uns?

Wir selbst verbinden Heimat eher weniger mit einer festen Adresse oder dem einen Ort aus dem wir kommen, also geboren sind oder lange gelebt haben.

Für uns ist Heimat da, wo wir drei beieinander sind, es uns gut geht, wir also mögen, was wir erleben und deshalb alle drei so ein wohlig warmes Gefühl im Herzen haben. Gegebenenfalls auch ein Ort, an dem wir tolle Erlebnisse hatten und gern wieder zurück kommen, aber sicher auch Begegnungen mit Menschen die wir in unser Herz geschlossen haben. Und ja, auch wir mögen einige Orte, die wir kennen, besonders gern. Um sich zu erden, um anzukommen, ggf. auch zu verarbeiten, was wir tolles erlebt haben und natürlich auch um Familie und Freunde zu treffen.

Dafür braucht es derzeit für uns aber nicht das eine Haus an dem festen Ort. Wir haben viele solcher Orte, die es uns leicht machen, schnell in Routinen für den Alltag reinzufinden.
Und das war schon immer so. Auch vor unserem Ausstieg waren wir bereits viel unterwegs. Mit Leni gingen wir schon ziemlich früh auf Reisen und deshalb erinnern wir uns immer wieder gern an Erlebnisse zurück, die wir mit Heimat verbinden, die aber nicht zwingend mit unserem letzten offiziellen Wohnort (Meldeadresse) zu tun haben und die uns heute möglich machen, das Gefühl von Heimat an vielen Orten dieser Welt zu spüren.

Einfluß auf unsere Reise

Gern werden wir deshalb zukünftig wie auch schon in der Vergangenheit bestimmte Orte häufiger ansteuern. Weil wir diese bereits von früheren Reisen kennen oder weil wir sie neu entdeckt haben und Besonderes damit verbinden. Sicher aber weil wir sie besonders mögen und es lieben, an ihnen unser Heimatgefühl zu spüren.

Wie ist es bei euch? Verbindet ihr Heimat mit eurem Wohnort oder eurer ursprünglichen Herkunft? Schreibt mir gern was ihr dazu denkt. Im Kommentarfeld direkt unterhalb des Blogposts könnt ihr mir eure Gedanken hierzu mitteilen.

Viele Grüße

Eure Boboli

Wohin soll uns unsere Reise bringen, also was ist das Ziel? Und wie lange wollen wir unterwegs sein? Also gibt es einen Zeitplan oder eine feste Reiseroute? Einige Fragen, die uns sehr häufig gestellt werden.

Wenn ich jetzt sage, dass das alles nicht fest steht, höre ich erstes raunen und kommentieren. “Ach, noch so planlose Möchtegernaussteiger”. Und fasse deshalb mal grob aus heutiger Sicht zusammen.

Unsere Idee

Wir wollen beieinander sein, daran wachsen, lernen und uns entwickeln. Gesund bleiben, genießen und dabei die Welt entdecken und erkunden. Ob das nun links um den Globus herum ist, ob wir tatsächlich jeden Kontinent bereisen werden? Ob wir das Ganze in einigen wenigen oder erst in vielen Jahren satt haben und uns irgendwann doch wieder eine Base suchen? Leni in eine Schule gehen wird oder ausschließlich Freilerner bleibt – all das ist offen. Zunächst planen wir grob die nächsten Monate, weil wir auch auf Begegnungen, manchmal bestimmte und manchmal zufällige setzen. Und wenn wir mit Anderen (Familie oder Reisenden) zusammenkommen wollen, bedarf es dann doch die eine oder andere Planung im Voraus. Damit wir unseren Zeitplan oder Routenplan vielleicht zeitweise abstimmen oder anpassen, um auch mal in Begleitung zu reisen.

Doch wildes Kontinente wechseln versuchen wir wenn möglich zu meiden. Da Langstreckenflüge für die Ökobilanz nicht förderlich sind oder wir unser Reisebudget nicht unnötig strapazieren wollen. Und außerdem haben wir ja entschieden, ab jetzt durchs Leben zu schlendern und nicht mehr einem definierten Zeitplan hinterher zu hetzen. Also wird es eine Mischung aus kurzfristigen und längerfristigen Plänen geben, die sich aber durchaus auch wieder ändern können ;o).

Es gibt kein von uns geplantes Ziel. Weder in der Dauer unserer Reise noch für die zu bereisenden Orte, also keine feststehende Reiseroute. Wir nennen es auch nicht „Weltreise“. Denn hierzu gibt es vielerlei Interpretationsmöglichkeiten und häufig Reklamationen, wenn es dann doch nicht um die ganze Welt geht. Wir drei haben einige Favoriten an Orten, die wir gern sehen wollen und sicher werden wir einige dieser Bucket-Liste Orte auch bereisen.

Dauer unserer Langzeitreise

Wir haben keine Dauer für unsere Reise festgelegt. Wir wünschen uns, dass eine sogenannte Reisemüdigkeit möglichst lang auf sich warten lässt. Aber wir sind auch realistisch. Denken daran, dass wir und besonders Leni irgendwann den Wunsch verspüren könnten, wieder eine eigene Wohnung zu besitzen. Dann werden wir dafür eine Lösung finden.

Grundsätzlich wollen wir immer wieder auch sehr langsam reisen, in Länder tatsächlich eintauchen und durchaus bei Gefallen die Visa-Bestimmungen ausnutzen und möglichst lang im jeweiligen Land bleiben. Wir wollen eben nicht dauerhaft 14-tägig Unterkünfte wechseln, damit immer ein Bissl Zeit zum ankommen, Freunde finden und wohl fühlen ist. Und wenn es uns wo ganz besonders gut gefällt, sind wir nicht abgeneigt nach kurzen Visa-Runs direkt gleich wieder an diese Orte zurück zu kehren.  Wir denken, dass eine Mischung des langsamen und manchmal eben auch schnellerem Reisen uns hoffentlich in Summe lange reisen lässt.

Aktuelles Reisen

Derzeit sind wir noch ein Bissl schneller unterwegs. Auf unserer Tour durch Deutschland haben wir einige Freunde besucht und jetzt in Italien reisen wir ganz praktisch dem Wetter hinterher.

Wie ihr unserer Reiseplanung auf der Startseite entnehmen könnt, sind wir bis Mitte Dezember 2018 zunächst in Europa unterwegs. Europa bietet sich für einen Roadtrip wegen der kurzen Entfernungen gerade an. Heißt für uns aber auch häufigeres wechseln der Orte. Aber wenn wir dann Singapur und Malaysia zusammen mit unserer Familie bereist haben beginnen wir in Thailand das deutlich langsamere Reisen.

Fazit

Wir haben einen groben Plan, keinen Zeitplan oder Routenplan. Aber irgendwie doch eine Vorstellung, wie unsere nächsten Jahre ausschauen könnten. Das wirkt auf außenstehende vermutlich anders. Aber bewusst sollte unser Leben ab sofort nicht mehr getaktet sein, Möglichkeiten des kompletten Richtungswechsels offen halten und wir in erster Linie frei nach ausschließlich unserem Bedürfnis entscheiden können. Gegebenenfalls ist das dem einen oder anderem fast zu viel an Optionen oder zu wenig fest gesteckter Rahmen. Und auch wir werden mit dieser neuen Art zu Leben noch so unsere Erfahrungen machen. Aber wie heißt es so schön? Die schönsten Geschichten schreibt das Leben selbst, drum begeben wir uns auf unsere Lebensreise.

Und jetzt bin ich doch gespannt, wie Eure Meinung hierzu ist – Plan oder planlos, was sagt ihr dazu?

Ich freu mich, wenn ihr direkt unterhalb des Blogposts im Kommentarfeld Eure Meinung hierzu mitteilt.

Viele Grüße

Eure Boboli

 

ReiseFamily auf Fanø in Dänemark

Nachdem wir nun letzte Woche mit unserer Website gestartet sind, haben wir uns über Euer Feedback sehr gefreut.

Die Kalenderfunktion auf unserer Startseite mit der Möglichkeit zu verfolgen, wo wir demnächst sein werden, wurde dabei besonders häufig positiv erwähnt.

Aber auch Euer Interesse zu den bisher schon bereisten Orten, seit wir uns auf den Weg gemacht haben, war groß. Und so bekommt ihr nun einen kleinen Abriss unserer bereits zurückgelegten Route (Teil 1), seit unserem Start.

Der Sommer war ja dieses Jahr wettertechnisch ein absoluter Traum. In den Monaten Juni und Juli hatten wir allerdings wenig von dem tollen Wetter mitbekommen. Die Beschäftigung zur Auflösung unseres Hausstandes, der Verkauf all unserer Habseligkeiten und auch die Erledigung sämtlicher Behördengänge forderten doch viel Energie.

Wir starteten Richtung Berlin

Doch dann sollte es Anfang August losgehen. Derzeit besitzen wir noch ein Auto, das wir für unseren viermonatigen Roadtrip zunächst nach Norden, später dann nach Süden (Teil 2) behalten haben.

Es ging deshalb erst nach Berlin. Hier wohnt der größte Teil unserer lieben Familie, die sich natürlich sehr gefreut hat, noch einmal mit uns Zeit zu verbringen, bevor wir später für sehr lange Zeit weit weg sein werden. Von Berlin ging es dann durch die Republik über Delbrück bei Paderborn und Bad Lippspringe nach Hamburg und weiter nach Esbjerg und Fanø in Dänemark.

In Delbrück haben wir unsere liebgewonnenen und ebenso reise begeisterten Freunde Lars & Alex vom grossepausepodcast. getroffen und eine wahnsinnig tolle Zeit zusammen verbracht. Wir waren zusammen im Safaripark, haben „geco-workt“ und im Schwimmbad waren unsere Kids die Helden bei der Schatzsuche.

Und in Bad Lippspringe ist uns insbesondere die Bekanntschaft mit Horst und Gabi in Erinnerung geblieben. Zwei herzallerliebste Menschen, die sehr interessiert an unserer Art zu leben waren und extra für uns Zugänge zu Web und Instagram eingerichtet haben. Nichts besonderes sagt ihr jetzt? Doch, denn Horst und Gabi sind um die 80 Jahre alt und nehmen so liebevoll Anteil an unserem Leben und begleiten uns nun virtuell auf unserer Reise. Diese Begegnung wie im wunderschönen Kurpark von Bad Lippspringe machen schon jetzt unsere Reise so wertvoll. Wir lieben Begegnungen und diese sind es, die Orte erst richtig erinnerungswert machen.

Weiter ging es Richtung Norddeutschland

Anschließend ging es nach Hamburg. Hier lebt eine meiner langjährigsten Freundinnen und da Hamburg von unserem beschaulichen bisherigen Wohnort Valley ziemlich weit weg ist, wir beide immer viel gearbeitet und uns um unsere Familien gekümmert haben, war eine lange Zeit vergangen, seit wir uns das letzte mal besucht hatten. Es war eine große Wiedersehensfreude und dennoch auch ein Abschied für sehr lange Zeit. Danke für die schöne Zeit, die wir zusammen hatten!

Aber in Hamburg wartete noch etwas ganz besonderes auf uns Mädels. Wir beide, Boboli und Leni waren im Musical “König der Löwen” und das war für unsere musikcalbegeisterte Leni und auch für mich ein ganz besonderes Erlebnis. Sie liebt nun alle Lieder dieser Aufführung und erzählt noch immer ganz beeindruckt von dem großen Spektakel.

 

Auf nach Dänemark

Nach Hamburg ging es dann weiter nach Dänemark und das war unser erstes Mal. Wir waren sehr gespannt. Erzählten uns doch schon häufiger Bekannte, dass man Dänemark entweder mag oder eben auch nicht mag. Und es sei sehr teuer – darüber hörten wir also, wenn man von Dänemark sprach. Und was soll ich sagen. Nicht nur, dass wir in Esbjerg auch große Wiedersehensfreude mit einer ebenfalls sehr sehr langjährigen Freundin feierten und das allein schon toll war. Wir haben uns sofort in Dänemark verliebt. Also keine Frage, wir mögen es total! Eine wunderschöne Airbnb-Wohnung *, perfektes Wetter wie auch schon die ganze Zeit zuvor, der schönste Ausflug auf die Insel Fanø zusammen mit langen Abenden beim essen, trinken und ratschen haben Dänemark für uns unvergesslich gemacht.

Nach Dänemark haben wir unsere Weiterfahrt Richtung Süden fortgesetzt. Doch davon berichte ich Euch das nächste Mal.

Habt Ihr Fragen oder Anregungen, dann nutzt doch gern das untere Kommentarfeld.

Viele Grüße

Eure Boboli

*  wenn du dich über diesen Link bei Airbnb anmeldest, bekommst du 25 Euro Startguthaben für deine erste Übernachtung!
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Die Erziehung, die Alex und auch ich in unserer jeweiligen Kindheit erfahren haben, vermittelte uns in erster Linie die Eigenschaften Fleiß, Pflichtbewusstsein und ganz besonders hohe Erwartungen an uns selbst zu haben. Denn dann “kannst Du es weit bringen”. Was heisst denn “weit bringen”? Viel Geld verdienen, dann kannst Du ein sorgloses Leben führen und Dir alles kaufen was Du brauchst.
Und dann wurde uns auch vorgelebt, es sei erstrebenswert Haus oder Eigentumswohnung zu erwerben und die Karriereleiter möglichst hoch zu klettern. Denn dann hast Du es geschafft. Und Dein Leben ist perfekt, wenn Du Kinder, einen Vorgarten und ein großes Auto vorzeigen kannst. Denn dann wirst du angesehen in der Familie, in der Nachbarschaft und insbesondere in der Gesellschaft.

Vor langer Zeit schon (ca. im Jahr 2005/2006) haben wir uns unabhängig von gesellschaftlichen Normen, familiären Wunschvorstellungen oder von unseren beruflichen Stationen die Fragen gestellt:

  • Wie lange wollen wir unseren anerzogenen Wertvorstellungen entsprechen?
  • Wollen wir Kinder?
  • Wie und wo wollen wir langfristig wohnen (Miete oder Eigentum)?
  • Wie lange wollen wir (im Angestelltenverhältnis) arbeiten?

Erhellende Momente und Antworten, die letztendlich zu unserer Entscheidung für unseren “Ausstieg” in diesem Jahr geführt haben, hatten wir nicht sofort parat. Und schon gar nicht ließen sie damals erahnen, wohin uns diese Antworten in Gänze führen würden. Aber die Tatsache, dass wir uns sehr früh mit den für uns existenziellen Fragen immer und immer wieder beschäftigt hatten und uns diese in all den Jahren nahezu täglich beeinflussten, halfen dabei, absolut selbstsicher jetzt diesen Schritt des Aussteigens zu gehen.

2011 ist unsere Tochter Leni geboren und mit ihr wurden auch wir selbst ein bissl neu geboren. Wach gerüttelt aus einem vermeintlichem Dämmerschlaf der geprägt war von “funktionieren und Allen alles recht machen” wollen oder müssen.

Offensichtlich mit dem unbewussten Hintergrund, die guten Jahre können noch besser werden. Denn es lief andererseits auch gut für uns. Beide hatten wir ganz gute Positionen in unseren Unternehmen und das war uns damals wichtig. Verdienten wir beide doch gutes Geld, von dem wir ganz ordentlich wegsparen konnten. Und das passte wiederum zu unserer Wunschvorstellung, nicht bis zum offiziellen Renteneintritt arbeiten zu müssen. Denn dann hätten wir doch noch genug vom Leben. Aber Stop! Wie lange wollen wir warten, uns kaputt arbeiten, den Chefs weiterhin Glauben schenken, dass ok ist was sie tun, damit die eigene Position nicht gefährdet wird? Um dann endlich irgendwann was zu tun? All die Dinge, die wir unser Leben lang schieben, auf den Moment, den wir hoffentlich gesund erreichen?

Und da unsere beruflichen Abhängigkeiten so derart massive Auswirkungen auch auf die Entwicklung unserer Tochter hatte und uns nicht genug Möglichkeiten bot, ihre Sozialisierung und den Anteil der Fremderziehung so zu beeinflussen, wie sie unseren Vorstellungen entsprach, hat Alex bereits 2014 den Ausstieg aus dem sogenannten Angestellten-Hamsterrad vollzogen. Und das war das Beste, was uns je gelungen ist. Denn damit nahm alles andere seinen Lauf. Von nun an haben wir alles darauf ausgerichtet, dass auch ich alsbald meinen Job zum richtigen Zeitpunkt aufgeben konnte.

Mit dem festen Ziel vor Augen, absolut frei zu sein, Leni’s Entwicklung maßgeblich frei und bedürfnisorientiert gestalten zu können und daran wiederum selbst zu wachsen, veränderte sich unser Bewusstsein derart, dass wir weder Angst haben, in der Gesellschaft Anerkennung zu verlieren, noch daran denken, es nicht zu schaffen. Denn nur wer an sich glaubt und tatsächlich aus Überzeugung handelt, kann erreichen, was er sich vornimmt.

Mit der Entscheidung zum „Ausstieg“ viel untrennbar auch die Entscheidung, auf Langzeitreise zu gehen. Und hierfür unseren festen Wohnsitz in Deutschland aufzugeben und somit von nun an in der Welt zu Hause zu sein und nicht mehr in unserem beschaulichen Wohnort im schönen Oberbayern.

Viele Leser fragen sich vermutlich, wovon wir denn leben und wie lange das so funktionieren kann? Oder unser Geld aufgebraucht oder was braucht man überhaupt um glücklich zu sein? Hier empfehle ich den nächsten Blogbeitrag abzuwarten oder gern vorab auf unserer Projektseite vorbeizuschauen.

Eure Fragen und Anregungen könnt ihr direkt unterhalb des Blogposts im Kommentarfeld los werden.


Viele Grüße

Eure Boboli